50 Jahre Hoval Wärmepumpe – Kundendienst im Wandel der Zeit
Seit 50 Jahren steht die Hoval Wärmepumpe für Innovation, Effizienz und nachhaltige Wärme. Doch wie hat sich diese Technologie – und vor allem der Service dahinter – in diesen fünf Jahrzehnten verändert?
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Anton Schantl
Anton, erinnerst du dich noch an deine erste Begegnung mit einer Hoval Wärmepumpe?
Ja, allerdings war das noch vor der Hoval-Eigenproduktion. Als Techniker hatte ich zunächst mit Fabrikaten von Weider oder Ochsner zu tun, bevor Hoval selbst in die Produktion einstieg.
Vor 50 Jahren waren Wärmepumpen noch echte Pioniere. Modelle wie die „Astral“ gehörten zu den frühen Vertretern dieser Technologie. Die Systeme waren robust, aber mit heutigen Maßstäben kaum vergleichbar. Effizienz, digitale Regelung oder Fernwartung? Damals war das nicht einmal Zukunftsmusik. Internet und somit auch Fernzugriff kannte man noch gar nicht.
Wie hat sich der Kundendienst im Laufe der Jahre verändert?
Massiv. Heute entfallen rund 80 % der neuen Anlagen auf Wärmepumpen. Ein signifikanter Wandel auch in der Betreuung, denn früher galt oft: einmal aufgestellt, danach kaum Betreuung.
Heute ist das anders. Mehr als 60 speziell ausgebildete Kältetechniker sind im Außendienst unterwegs. Zehn Kundendiensttechniker haben letztes Jahr zusätzlich die Lehrabschlussprüfung in Kältetechnik absolviert. Dazu kommen noch Zertifizierungen für die Handhabung der Kältemittel laut F-Gas-Verordnung und Lötzertifizierungen. Aus- und Weiterbildungen nehmen einen enormen Stellenwert ein – fachlich wie organisatorisch.
Hoval war zudem eines der ersten Unternehmen, das die Zertifizierung gemäß F-Gas-Verordnung erhielt – ein klares Signal für Professionalität im Umgang mit moderner Technologie.
Wie macht sich das im technischen Bereich bemerkbar?
Mit dem technologischen Fortschritt sind Wärmepumpen leistungsfähiger, effizienter, aber auch anspruchsvoller geworden. Früher waren die Geräte weniger empfindlich. Heute haben Faktoren wie Durchflussmengen und die Gesamthydraulik einer Anlage einen gravierenden Einfluss auf die Effizienz. Verunreinigtes Heizungswasser durch schlechte Anlagenspülung oder fehlende Aufbereitung haben einen großen Einfluss auf die Effizienz und Lebensdauer einzelner Komponenten.
Auf Grund dieser Komplexität, die ja nicht nur im Bereich Wärmepumpe entstanden ist, haben wir unsere Techniker spezialisiert, um sie für die jeweiligen Herausforderungen bestmöglich vorbereiten zu können. Die große Bandbreite an Wärmepumpen mit unterschiedlichen Technologien und Kältemittel die Hoval im Anlagenbestand hat, stellen eine besondere Herausforderung dar.
Heute erwartet der Kunde, dass wir das Problem kennen, bevor er anruft.
Welche Fragen beschäftigen Kundinnen und Kunden besonders?
Ganz klar:
- Stromverbrauch
- Effizienz und Wirtschaftlichkeit
- Schallemissionen
- Online-Anbindung und Fernüberwachung über HovalConnect und HovalSupervisor cloud (für professionelle Anwendungen)
Der Faktor Zeit spielt heute eine viel größere Rolle. Kundinnen und Kunden erwarten schnelle Reaktionen, und zunehmend auch proaktives Handeln. Während früher eine Störung gemeldet wurde und man reagierte, erwarten Kunden heute, dass der Kundendienst bereits informiert ist, sobald eine Anlage eine Fehlermeldung ausgibt.
Diese Entwicklung begann bereits mit den ersten TopTronic-Regelungen ab 1997. Damals gingen vereinzelte Störmeldungen ein, teilweise sogar per SMS-Modul, etwa bei Ferienhäusern, die nur am Wochenende bewohnt waren. Aber man konnte auch schon aus der Ferne die ersten Parameter umstellen und Daten auslesen. Heute ist die digitale Fernwartung fixer Bestandteil moderner Wartungsverträge. Störungen werden aktiv vom Wärmeerzeuger gemeldet und im Idealfall schon gelöst bevor der Kunde den Ausfall spürt. Reaktionszeiten verkürzen sich deutlich.
Anton Schantl
Der Kundendienst ist also der Impulsgeber für Innovation und Weiterentwicklung?
Was viele nicht sehen: Der Kundendienst ist täglich direkt an der Anlage, näher an der Praxis geht nicht. Er sieht, was funktioniert, und wo es Verbesserungspotenzial gibt. Dieses Feedback ist extrem wertvoll. In regelmäßigen Qualitätssitzungen werden Rückmeldungen besprochen und gemeinsam mit Entwicklung und Produktmanagement bearbeitet. Alle sechs Wochen findet ein strukturierter Austausch mit den Wärmepumpen-Experten statt, von Systemtechnik über Effizienz bis hin zur Bedienbarkeit kommt alles auf den Tisch. So entsteht Innovation nicht nur im Labor, sondern direkt aus der Praxis.
Gibt es Momente, in denen man merkt: Hier leistet die Wärmepumpe wirklich Großartiges?
Da muss ich nicht lange überlegen: Bei Schutzhäusern sowie für Berg- und Mittelstationen von Seilbahnen werden heute Wärmepumpen eingesetzt. Solche Extrembedingungen sind heute kein Problem mehr. Moderne Wärmepumpen bewältigen auch diese Situationen zuverlässig. Was früher als Risiko galt, ist heute Standard.
Wie stehen die Kund:innen zum Thema Nachhaltigkeit?
Im Kundengespräch ist Nachhaltigkeit präsent, doch noch stärker im Fokus stehen Effizienz, Kosten und Lebensdauer. Der Kundendienst leistet genau hier einen wesentlichen Beitrag, denn eine regelmäßige Wartung sichert Effizienz. Eine reparaturfreundliche Konstruktion erleichtert den Service und spart Zeit und Kosten. Ersatzteile sind mindestens 15 Jahre nach Letztauslieferung verfügbar. Langlebigkeit ist kein Zufall – sondern das Ergebnis konsequenter Servicearbeit.
Und wie sieht die Zukunft aus?
Der technische Vorsprung soll weiter ausgebaut werden. Digitale Fernwartung und Ferndiagnose sowie die Einbindung in die Gebäudeautomatisierung durch Hoval Integrate werden noch stärker in den Mittelpunkt rücken. Damit werden die Aufgaben für das Remote-Team weiter wachsen und es wird zur zentralen Schlüsselstelle im Kundendienst werden.
Neue Entwicklungen im Bereich der Regeltechnik und die weitere Integration von KI unterstützten Lösungen werden uns in der Zukunft noch deutlich mehr Möglichkeiten bieten als wir sie heute schon vorfinden. Im Kundendienst wird neben dem handwerklichen Geschick, was auch in der Zukunft wichtig sein wird, auch die Digitalisierung und damit die digitale Kompetenz der Mitarbeiter ein für den weiteren Erfolg entscheidender Faktor sein.
Was bedeutet die Hoval Wärmepumpe für dich persönlich?
Für mich steht die Hoval Wärmepumpe für intelligente Unabhängigkeit. Sie ist längst kein einzelnes Gerät mehr, sondern ein zentraler Baustein moderner Gebäudeautomatisierung. In Kombination mit Photovoltaik, Energiespeicher und intelligenter Regelung entsteht ein Gesamtsystem, das Energieflüsse aktiv steuert und optimal nutzt.
Gerade vor dem Hintergrund geopolitischer Entwicklungen sieht man, wie wichtig es ist, möglichst unabhängig von externen Energiequellen zu werden. Eine Wärmepumpe, die eigenen PV-Strom nutzt, Überschüsse speichert und sich nahtlos in das Gebäude integriert, gibt Sicherheit, technisch, wirtschaftlich und auch emotional.
Was mich besonders überzeugt, ist der Komfort: Das System denkt mit, optimiert selbstständig und bleibt dabei wartungs- und servicefreundlich. Für mich ist die Hoval Wärmepumpe ein Sinnbild dafür, wie moderne Technik Verantwortung übernimmt, für den Kunden, für das Gebäude und für die Zukunft.
Und was wünschst du der Hoval Wärmepumpe zum 50er?
Dass Hoval die Wärmepumpe konsequent weiterdenkt, technisch am Puls der Zeit bleibt, mutig in neue Wärmepumpentechnologien, Systemintegration und Wissen investiert und Innovation so vorantreibt, dass die Hoval Wärmepumpe auch künftig ein Maßstab für Effizienz, Zuverlässigkeit und Unabhängigkeit bleibt.
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