Welche Wärmepumpe passt zu mir?

Welche Wärmepumpe passt zu mir?

Wärmepumpen sind als nachhaltige Heizlösung etabliert. Damit Sie die richtige Wärmepumpe für Ihr Bauvorhaben finden, liefern wir Ihnen die wichtigsten Infos im Schnelldurchlauf zu den drei gängigsten Arten.

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Nachhaltige Heizlösungen liegen im Trend. In immer mehr Neubauten werden daher Wärmepumpen integriert, die sich kostenloser und erneuerbarer Umweltressourcen wie Erde, Wasser und Umgebungsluft bedienen und diese in (Heiz-)Energie umwandeln. Aber auch bei der Sanierung alter Heizungen ist die Wärmepumpe eine gefragte Variante. Strom wird lediglich für den Betrieb der Wärmepumpe verwendet. In Verbindung mit Photovoltaik kann dieser sogar umweltschonend generiert werden. Welche der drei gängigsten Wärmepumpenarten jedoch am passendsten für Ihr Haus ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Denn nicht jede Wärmepumpe ist für das eigene Bauvorhaben geeignet.

1) Erdwärmepumpe

Eine Erdwärmepumpe nutzt die in der Erde gespeicherte Wärme. Die Energiegewinnung kann dabei auf zwei unterschiedliche Arten erfolgen:

Flächenkollektor

Mit Zusatzkosten von etwa 15 Euro pro m² für die baulichen Arbeiten sind Flächenkollektoren die kostengünstigere Alternative der Erdwärmepumpe. Bei einem Einfamilienhaus ist dafür eine ebene Fläche von mindestens 300 m² notwendig, auf der Rohrleitungen in einer Tiefe von 1,2–1,5 Metern verlegt werden. 

Im laufenden Betrieb arbeitet diese Wärmepumpe hocheffizient. Sonne und Regen erwärmen die obere Erdschicht und somit auch fließendes Wasser in den Kollektoren auf zwischen zwei bis zwölf Grad und transportieren das erwärmte Wasser weiter zur Wärmepumpe.

Tiefenbohrung

Bei der Wärmegewinnung durch Erdsonden ist bei Einfamilienhäusern eine Tiefenbohrung von etwa 200 Metern nötig. Diese kann unter bestimmten Umständen auch auf zwei Bohrungen à 100 Meter aufgeteilt werden. 

Die Erstinvestition ist bei einer Tiefenbohrung mit Zusatzkosten von rund 50 Euro pro Meter aber kostenintensiver. Durch die niedrigen Schwankungen der Wärmequelltemperatur zwischen zehn und vierzehn Grad ist sie jedoch im Betrieb höchst effizient. Für die Analyse der Bodenbeschaffenheit ist ein Geologe erforderlich.

2) Wasserwärmepumpe

Eine Wasserwärmepumpe nutzt die im Grundwasser enthaltene Wärme, die zwischen acht und zehn Grad aufweist. Ausschlaggebend, ob diese Form der Energiegewinnung genutzt werden kann, ist der Grundwasserspiegel des jeweiligen Projekts.

Ähnlich der Erdwärmepumpe mit Erdsonden fallen in einem ersten Schritt höhere Kosten für den Bau der dafür nötigen Brunnen an. Aufgrund der unterschiedlichen Grundwassertiefen ist bei Wasserwärmepumpen das Hinzuziehen eines Geologen erforderlich. 

3) Luftwärmepumpe

Luftwärmepumpen sind bei Häuslbauern besonders beliebt. Etwas über 70 % aller Haushalte, die mit Wärmepumpe heizen, nutzen eine Luftwärmepumpe. Im Vergleich zu Erd- und Wasserwärmepumpen entfallen die kostenintensiven und aufwendigen Zusatzarbeiten. 

Für die Wärmegewinnung sorgt eine Außeneinheit, die im Freien aufzustellen ist. Die Luftwärmepumpe ist durch die einfache Installierung daher auch bei Sanierungen eine interessante Alternative. Bei einer Luftwärmepumpe wird Luft von der Außeneinheit angesaugt und über einen Wärmetauscher geleitet. Die Wärmepumpe gleicht Außenlufttemperaturschwankungen von -16 bis 15 Grad Celsius aus und hat daher einen etwas höheren Stromverbrauch als Erd- und Wasserwärmepumpen. Bei einer Luftwärmepumpe muss außerdem die Geräuschemission der Außeneinheit beachtet werden, um durch eine falsche Aufstellung nicht sich selbst oder andere durch Geräusche zu stören. Genauere Informationen lesen Sie in unserem Blogbeitrag "Schall im Außenbereich".

Alle Wärmepumpen im Überblick:

 

Art der Wärmepumpe
 

+

-

Erdwärmepumpe

Kollektor 2 bis 12 Grad
Tiefenbohrung 10 bis 14 Grad

  • konstante Wärmequelltemperatur
  • hohe Effizienz
  • bei Tiefenbohrung kostenintensiv
  • große Flächen für Flächenkollektoren nötig

Wasserwärmepumpe

8 bis 12 Grad

  • konstante Wärmequelltemperatur
  • platzsparend
  • hohe Effizienz
  • kostenintensiv durch Brunnen
  • geologisches Ansuchen erforderlich

Luftwärmepumpe

-16 bis 15 Grad
 

  • kostengünstig
  • geringer Installationsaufwand
  • platzsparend
  • geringerer Wirkungsgrad
  • erhöhte Geräuschemission

 

Beratung vom Experten

Auch wenn Sie sich im Internet schon reichlich über Wärmepumpen informiert haben, empfehlen wir, die professionelle Meinung eines Experten einzuholen. Lassen Sie sich bei der Wahl des Energieträgers für Ihre individuelle Heiz- und Raumklimalösung von unseren Hoval Partnerinstallateuren unterstützen und profitieren Sie jetzt von einer unverbindlichen und kostenlosen Beratung. 

Veröffentlicht am 21.10.2019

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