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COP, JAZ, GWP & Co: Technische Kennzahlen bei Wärmepumpen verstehen und richtig vergleichen

COP, JAZ, GWP & Co: Technische Kennzahlen bei Wärmepumpen verstehen und richtig vergleichen

Steht der Kauf einer Wärmepumpe ins Haus, beginnt für viele eine aufwendige Recherche im Internet. Doch wie lassen sich Modelle unterschiedlicher Anbieter sinnvoll vergleichen? Das Verständnis technischer Kennzahlen wie COP, JAZ oder GWP hilft dabei.

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Ob ein neues Eigenheim gebaut oder die alte Heizung saniert werden soll: Wer eine Wärmepumpe kaufen will, trifft seine Entscheidung in der Regel nicht spontan. Viele Menschen lassen sich bei einem Installationsbetrieb ihrer Wahl beraten und vertrauen auf dessen professionelle Empfehlung. Dennoch steigt das Interesse vieler Wärmepumpen-Interessierter, sich selbst einen Überblick über die Modelle verschiedener Anbieter zu verschaffen. Doch wie kann das gelingen? Wer Wärmepumpen vergleicht, sollte die wichtigsten technischen Kennzahlen verstehen.

COP: die Leistungszahl einer Wärmepumpe

Der COP-Wert gibt die Leistungszahl einer Wärmepumpe an.

Wärmepumpen bedienen sich kostenloser Energiequellen aus dem Erdreich, dem Grundwasser oder der Umgebungsluft. Zum Umwandeln in Heizenergie benötigen sie zusätzlich Strom. Der COP („Coefficient of Performance“) – auch Leistungszahl genannt – gibt an, wie effizient eine Wärmepumpe bei einem bestimmten Betriebspunkt arbeitet. Konkret gesagt: In welchem Verhältnis stehen die erzeugte Heizleistung und der Einsatz von elektrischem Strom zueinander? 

Der Betriebspunkt A2W35 gibt beispielsweise das Verhältnis zwischen Heizleistung und Stromverbrauch an, wenn eine Außentemperatur von 2 °C vorherrscht und 35 °C Vorlauftemperatur für das Heizungswasser erzeugt werden sollen – ein Wert, der für Fußbodenheizungen üblich ist. Grundsätzlich gilt: Je höher der COP einer Wärmepumpe ist, desto effizienter arbeitet sie im laufenden Betrieb.

Soll die Wärmepumpe im Sommer auch zum Kühlen verwendet werden, lohnt sich ein Blick auf die sogenannte EER („Energy Efficiency Ratio“), das technische Gegenstück des COP für die Kühleffizienz einer Wärmepumpe.

SCOP: die jahreszeitbedingte Leistungszahl einer Wärmepumpe

Der SCOP berechnet sich aus dem Mittelwert verschiedener Betriebspunkte einer Wärmepumpe.

Bietet der COP einen ersten Überblick über die Effizienz einer Wärmepumpe, geht der SCOP etwas mehr in die Tiefe: Denn der „Seasonal Coefficient of Performance“, die jahreszeitbedingte Leistungszahl, berechnet sich aus dem Mittelwert verschiedener Betriebspunkte, während er gleichzeitig Faktoren wie Klima und Häufigkeit der Betriebspunkte berücksichtigt. Denn selbstverständlich macht es einen Unterschied, ob eine Wärmepumpe ihren Dienst in Wien, Rom oder Helsinki verrichtet – und ob sie dort zum Heizen im Winter, zum Kühlen im Sommer oder ganzjährig eingesetzt wird.

Wer mittels Wärmepumpe kühlen möchte, sollte die SEER („Seasonal Energy Efficiency Ratio“) kennen: Sie beziffert die Kühleffizienz einer Wärmepumpe und bildet damit das technische Gegenstück zum SCOP.

ETAs: jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz

Der ETAs einer Wärmepumpe dient in vielen Ländern Europas als wichtige Grundlage für Förderungen.

Eine weitere wichtige Kennzahl ist der ETAs. Er gibt an, wie viel Primärenergie eine Wärmepumpe zur Erzeugung einer Kilowattstunde Heizwärme benötigt. Um den ETAs zu berechnen, dividiert man den SCOP durch den Primärenergiefaktor des eingesetzten Stroms. Letzterer liegt in Europa bei durchschnittlich 2,5, weshalb dieser Wert als Vorgabe der Europäischen Kommission europaweit einheitlich zur Berechnung des ETAs heranzuziehen ist. 

Doch der ETAs ist weit mehr als nur ein europäischer Vergleichswert: In vielen Ländern dient er mittlerweile als wichtige Grundlage für Förderungen. Denn je effizienter eine Wärmepumpe arbeitet, desto umweltfreundlicher ist sie im laufenden Betrieb – und das wiederum belohnen Regierungen, indem sie durch die Ausschüttung großzügiger Förderungen gezielte Kaufanreize setzen.

JAZ: die Jahresarbeitszahl einer Wärmepumpe

Die JAZ einer Wärmepumpe errechnet sich individuell. Auch das Nutzungsverhalten der Bewohner:innen ist relevant.

Und jetzt wird es individuell(er): Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist – im Gegensatz zu COP, SCOP und ETA – keine Kennzahl, die Sie aus Tabellen ablesen können. Vielmehr berücksichtigt die JAZ nicht nur die Effizienz der Wärmepumpe selbst, sondern auch die Spezifika eines Gebäudes und das Verhalten seiner Bewohner:innen. Die Jahresarbeitszahl setzt die zugeführte Energie in Form von Strom ins Verhältnis zur erzeugten Heizungswärme, und das über die Dauer eines Jahres gerechnet. 

Faktoren wie Vor- und Rücklauftemperatur, Gebäudedämmung, klimatische Situation und Nutzungsverhalten beeinflussen die JAZ. Der Installationsbetrieb Ihres Vertrauens berechnet gerne gemeinsam mit Ihnen die Jahresarbeitszahl für Ihr Gebäude und die gewünschte Wärmepumpe. Übrigens: Der JAZ-Rechner des deutschen Bundesverbands Wärmepumpe e.V. hat die Werte vieler Wärmepumpen, darunter auch jene von Hoval, bereits zum Auswählen im Rechner integriert! 

Dezibel: Einheit für die „Lautstärke“ einer Luftwärmepumpe

Sowohl der Schalleistungspegel als auch der Schalldruckpegel einer Wärmepumpe werden in Dezibel angegeben. Wer den Unterschied kennt, ist im Vorteil.

Keine Frage der Effizienz, aber dennoch wichtig für die Kaufentscheidung ist die gefühlte „Lautstärke“ der neuen Heizung – gefühlt deswegen, weil der Begriff „Lautstärke“ keine physikalische Einheit darstellt, sondern die individuelle Geräuschwahrnehmung von Personen bezeichnet. Liebäugeln Sie mit dem Kauf einer Luftwärmepumpe? Dann sollten Sie nicht verabsäumen, dem Thema Schall ein wenig Beachtung zu schenken. 

Meist im Garten positioniert, verursacht die Außeneinheit einer Luftwärmepumpe Geräusche, die für Sie und andere wahrnehmbar sind. Ob diese im Alltag als störend wahrgenommen werden, ist nicht selten eine Frage des persönlichen Empfindens. Im Zusammenhang mit der Lautstärke einer Wärmepumpe wird oft von „Schall“ gesprochen, doch bitte beachten Sie: Der Schalleistungspegel und der Schalldruckpegel sind unterschiedliche Messgrößen, werden aber beide in Dezibel – genauer gesagt dB(A) – angegeben. Deswegen ist es wichtig, die Unterschiede zu kennen, die Ihnen unser Infoblatt „Schallwerte bei Wärmepumpen richtig interpretieren“ anschaulich erläutert. Das Wissen um diese beiden Fachbegriffe unterstützt Sie dabei, Wärmepumpenmodelle objektiv miteinander zu vergleichen.

GWP: der „Global Warming Potential“-Wert

GWP steht für „Global Warming Potential“ und gibt das Treibhauspotenzial des Kältemittels einer Wärmepumpe an.

So paradox es im ersten Moment klingen mag: Wärmepumpen benötigen für den laufenden Betrieb ein Kältemittel. Durch Verdampfung bei niedrigen Temperaturen und anschließende Verdichtung des Kältemittels gewinnt die Wärmepumpe aus der Energiequelle wertvolle Heizungswärme. Ein kleiner Wermutstropfen dabei ist, dass viele Kältemittel die Umwelt belasten – wie sehr, bestimmt der GWP-Wert. GWP steht für „Global Warming Potential“ und gibt das Treibhauspotenzial im Vergleich zu CO2 an.

Um die Umwelt zu schützen, werden Kältemittel mit einem hohen GWP mittelfristig in der EU verboten sein. Bitte beachten Sie: Je niedriger der GWP-Wert ist, desto besser für die Umwelt, aber auch für Sie! Denn der Staat stellt großzügige Fördertöpfe bereit, und so entscheiden sich immer mehr Interessierte für eine Wärmepumpe mit einem niedrigen GWP-Wert. Die Monoblock-Luftwärmepumpe Belaria pro von Hoval hat einen GWP-Wert von 3 und erfüllt daher schon jetzt die gesetzlichen Anforderungen der Zukunft.

COP, JAZ, GWP & Co: Basis für Förderungen beim Wärmepumpenkauf

Mit der Kenntnis der gängigsten technischen Kennzahlen einer Wärmepumpe können Sie sich einen guten Überblick im Internet verschaffen, Modelle miteinander vergleichen und sich über Förderungen informieren. Die persönliche Beratung beim Installationsbetrieb Ihres Vertrauens gibt Ihnen dennoch das Plus an Service und darüber hinaus Sicherheit für Ihre Kaufentscheidung: Denn bei der Wahl der richtigen Wärmepumpe gilt es nicht nur, das technisch überlegenste Modell auf Basis harter Fakten zu kennen, sondern auch, die baulichen Gegebenheiten vor Ort zu berücksichtigen – ebenso wie Ihre Alltagsgewohnheiten und Wünsche an eine neue Heizung. 

Wir unterstützen Sie bei der Wahl der Wärmepumpe, die am besten zu Ihnen passt. Unser Team nimmt gern Kontakt zu Ihnen auf – kostenfrei und unverbindlich. Jetzt anfordern!